Wo arbeitet der Komponist?

12.06.2015

Eigentlich bin ich physisch zum Komponieren ganz schlecht ausgestattet. Komponieren braucht Sitzfleisch und das habe ich überhaupt nicht. Ich muss also meinen Tagesplan sehr sorgfältig organisieren und mich - neben der Arbeit am Schreibtisch - regelmäßig bewegen. Meistens gehe ich joggen, Inline skaten oder zügig spazieren.

Dabei entsteht auch meine meiste Musik, weshalb ich versuche, jeden Arbeitstag ganz früh am Morgen mit einem circa einstündigen Spaziergang zu beginnen. Manchmal wiederhole ich das am Nachmittag oder Abend nochmal.

Ich liebe die Natur und habe das Glück, direkt neben einem Parkstreifen zu leben, der sich über viele Kilometer ausdehnt. Obwohl er inmitten der Stadt liegt, hat er auch seine wilden Ecken.

Der Park im Frühling, ...
Der Park im Frühling, ...
im Sommer, ...
im Sommer, ...
im Herbst...
im Herbst...
und im Winter.
und im Winter.
Miroslav Srnkas Schreibtisch
Miroslav Srnkas Schreibtisch

Was nicht beim Spaziergang entsteht, kommt meistens unter der Dusche. Vor dem Computer arbeite ich die Ideen, die mir anderswo gekommen sind, dann eigentlich nur noch aus.

Die Getränkezusammenstellung
Die Getränkezusammenstellung

Leichtes japanische Essen tut mir beim Komponieren gut. Dazu trinke ich ab und zu auch verrückte Kombinationen an Getränken, wie Orangensaft, japanischem Tee und etwas Martini.

Zwei Tagesabläufe: grün hinterlegt sind Arbeitsphasen, grau die Schlafphasen
Zwei Tagesabläufe: grün hinterlegt sind Arbeitsphasen, grau die Schlafphasen

Daneben versuche ich, meinen Tag regelmäßig und klar zu strukturieren, um die nötige Disziplin zum Komponieren aufzubringen. Hierzu benutze ich eine App, mit deren Hilfe ich nicht nur meinen Tagesablauf organisiere, sondern die diese Tage auch archiviert. Ich versuche immer nach meinem morgendlichen Spaziergang zu arbeiten, egal, wo ich gerade bin - ob zu Hause, im Hotel oder anderswo. Zu Hause arbeite ich dann meistens auch nachmittags und/oder abends, je nach Programm. Auch ausreichender und regelmäßiger Schlaf helfen.

Nicht immer halte ich mich an den Zeitplan. Es gibt auch immer wieder verrückte, leidenschaftliche Arbeitsphasen, in denen der Zeitplan ziemlich durcheinander gerät. Seinen Briefen nach zu urteilen scheint auch Janáček manchmal zu so verrückten Zeiten komponiert zu haben...

Srnka, Miroslav

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