THE GREAT WHITE SILENCE

22.01.2016

Das britische Expeditionsteam um Falcon Scott in der Antarktis. Quelle: "The great white silence", GB 1924
Das britische Expeditionsteam um Falcon Scott in der Antarktis. Quelle: "The great white silence", GB 1924
Pionier des Naturfilms: Herbert Ponting bei den Dreharbeiten zu "The great white silence" in der Antarktis
Pionier des Naturfilms: Herbert Ponting bei den Dreharbeiten zu "The great white silence" in der Antarktis
Beliebter Zeitvertreib: Ein Expeditionsteilnehmer jagt Pinguinen hinterher.
Beliebter Zeitvertreib: Ein Expeditionsteilnehmer jagt Pinguinen hinterher.
Scott und sein Team rasten auf einer Tour durchs Eis.
Scott und sein Team rasten auf einer Tour durchs Eis.
Am Pol: Ponting fügte auch Fotografien von der letzten Etappe des britischen Teams in seinen Film ein.
Am Pol: Ponting fügte auch Fotografien von der letzten Etappe des britischen Teams in seinen Film ein.

Auf der "Terra Nova" mit Scott in die Antarktis: "The great white silence" ist ein Film mit einzigartigen Orignalaufnahmen von Robert Falcon Scotts Expedition zum Südpol in den Jahren 1910-13. Das British Film Institute hat dieses Juwel, das erstmals 1924 erschien, 2011 sorgfältig restauriert, mit einer neu komponierten Filmmusik (Simon Fisher Turner) versehen und schließlich auf DVD veröffentlicht: Ein einzigartiges Zeitzeugnis dieser spannenden wie tragischen Geschichte. 

Scott engagierte den jungen Filmemacher und Fotografen Herbert Ponting, seine prestigeträchtige Expedition zum Südpol zu begleiten und Filmaufnahmen von Landschaft, Tieren und der natürlich vor allem von der Mannschaft zu machen. Eine Sensation! Nie zuvor hatte ein Mensch bei solch widrigen Bedingungen gefilmt: Ponting experimentiert bei extremen Lichtverhältnissen und bei unmenschlichen Temperaturen. Das Ergebnis ist faszinierend und wunderschön zugleich: Ponting fängt die surreale Landschaft der Antarktis in betörenden Bildern ein. Besonders ausführlich widmet er sich dabei der Tierwelt: Möven, Robben, Pinguine und auch die treuen Begleiter der britischen Expedition   die Ponys und Hunde  lernt man in anrührenden und oft lustigen Situationen näher kennen. Für spektakuläre Naturaufnahmen riskiert Ponting viel: Er wagt sich weit vor ins unbewohnbare Land, harrt stundenlang aus, bis zur perfekten Einstellung. Das Fotografieren und Filmen wird so selbst zur Heldentat. Daraus entsteht sogar ein neuer Begriff: "to pont"  Stundenlang  bei unwirtlichen Bedingungen abwarten, bis das perfekte Bild entsteht. 

Doch sicherlich die größte Errungenschaft dieses Films: Ponting fängt mit seinen Aufnahmen die Stimmung und den antarktischen Alltag des britischen Teams im Basislager und ein und verschafft somit einen einzigartigen Eindruck dieses Unterfangens. Der Zuschauer begleitet die Mannschaft auf Deck der "Terra Nova" bis zu ihrer Ankunft im ewigen Eis und begleitet sie über den ganzen antarktischen Winter bis hin zum Aufbruch der Teams Richtung Pol.  Die von Ponting selbst eingefügten, kommentierenden Texttafeln zwischen den Szenen machen aus den Aufnahmen eine persönliche Geschichte; oft anrührend, lustig und tieftraurig zugleich. Der Filmemacher verließ die Expedition nach einem Jahr und nahm seine Aufnahmen mit nach Hause. Die Geschichte erzählt er jedoch im Film zu Ende: Mit Zeichnungen und Fotografien von Scott und seinen Begleitern, die mit ihm den Pol erreichten, aber nicht mehr zurückkehren sollten. 

Im Rahmen der Uraufführung von Miroslav Srnkas "South Pole" hat die Videoabteilung der Bayerischen Staatsoper einen Trailer aus dem Originalfilm erstellt, der im Folgenden zu sehen ist. Der gesamte Film ist in der rekonstruierten Fassung des BFI als DVD und Blu-ray im Onlineshop und im Opernshop der Bayerischen Staatsoper am Marstallplatz 5 erhältlich.

Müller-Dohle, Carolin

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