Die Partitur ist da!

12.10.2015

Nun also kann's richtig losgehen: Die Partitur von South Pole ist da! Warum die Ankunft des großformatigen Notenmaterials im Produktionsprozess so eine wichtige Rolle spielt, erklären wir hier.

Bereits im September waren die Klavierauszüge vom Verlag gekommen – für den größten Teil der an der Uraufführung Beteiligten sind diese das wichtigste Arbeitsmaterial: So konnten die Sänger nun mit dem Studium ihrer Partien beginnen, und auch für das Team um Regisseur Hans Neuenfels und die Technik ist der Auszug essentiell.

Wie auf dem Bild zu sehen ist: Die Partitur ist sehr groß, über einen halben Meter in der Höhe. Um es mit Vergleichen aus der Opern- und Konzertliteratur zu sagen: Im Druck ist South Pole sogar größer als die zu Bernd Alois Zimmermanns wahrlich monströs besetzter Oper Die Soldaten. Aufnehmen kann sie es größenmäßig nur noch mit Arnold Schönbergs massiven Gurre-Liedern: Beide Partituren sind in der Druckausgabe exakt gleich hoch – auch wenn Miroslav Srnkas neue Oper in der Besetzung kleiner ist als Schönbergs Mammutwerk.

In etwa den Umfang eines Strauss-Orchesters wird das Bayerische Staatsorchester bei der Uraufführung haben. Der Grund für die schiere Größe der Partitur liegt anderswo: Die einzelnen Orchestergruppen sind über weite Strecken der Oper geteilt, so dass teilweise jedes Instrument in einer Gruppe eine andere Stimme zu spielen hat.

Und was geschieht nun mit der Partitur? Zunächst einmal bekommen sie die Schlagzeuger des Staatsorchesters. Denn für sie ist die Realisierung der Klangvorstellungen des Komponisten neben dem künstlerischen Aspekt auch an große logistische Herausforderungen gebunden. Schließlich spielt jeder Schlagzeuger nicht nur ein Instrument, sondern muss mitunter vom Marimbafon zu den Steel Drums und wieder weiter zu den Kuhglocken wechseln – um nur einige der eingesetzten Schlaginstrumente zu nennen. Da will die Einteilung der Musiker und die Aufstellung der Instrumente weit im Voraus wohlüberlegt sein.

Und dann natürlich geht die Partitur zum Studium an Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, der die Uraufführung dirigieren wird. Im Moment übrigens wird bereits ein neues Dirigentenpult gefertigt – denn keines der vorhandenen hat die Maße, es mit der Partitur von South Pole aufzunehmen. Sogar Die Soldaten waren acht Zentimeter kürzer.

Lachermeier, Johannes

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