Aufwärmphase beendet – Ein Rückblick auf die Themenkonzerte 2016

29.01.2016

Der aerodynamische Windkanal auf dem Münchner Forschungsgelände der BMW Group bot eine spektakuläre Kulisse für das 5. Themenkonzert am vergangenen Samstag. Nach Vorträgen und Konzerten im Max-Planck-Haus am Hofgarten, in der Dreifaltigkeitskirche, im Alpinen sowie Deutschen Museum endete die Reihe der Themenkonzerte an diesem exklusiven Schauplatz. Die Aufwärmphase für die Uraufführung ist beendet: ein knapper atmosphärischer Rückblick.

Man fühlt sich schon fast wie im Bühnenbildmodell zu South Pole im aerodynamischen Windkanal der BMW Group: Ein imposanter weißer Tunnelumlauf, dessen kühle Mauern einen stetigen Windhauch umschließen. An diesem futuristischen und sonst unzugänglichen Ort der Wissenschaft ein Konzert erleben zu dürfen – einzigartig. Nur zu! Vorbei an der Sicherheitsschleuse, schnell die Linse der Handykamera abkleben und ab in die weitläufige Messhalle des BMW-Laboratoriums. Die Luftschächte der sogenannten Umlenkecken dienen als überdimensionierte Einlassschleusen, durch die das Publikum in weitere Abschnitte des Umlaufs und zum nächsten Programmpunkt strömt – immer mit der Windrichtung. Für den wissenschaftlichen Vortrag werden Decken an die Zuhörer verteilt, um jede kältebedingte Ablenkung durch den konstant kühlen Luftzugs abzuwenden. Es geht weiter: Der Weg um die nächste Umlenkecke und wir gelangen zum Herzstück des Windkanals, dem Gebläse. Mit 8 Metern Durchmesser kann es bis zu 300 km/h maximale Windgeschwindigkeit erzeugen. Hindurch unter den stillstehenden schwarzen Rotorschaufeln tut sich ein neuer Raum auf und bietet eine beeindruckende Kulisse für die Musiker des Bayerischen Staatsorchesters: Im leeren weißen Tunnel hinter dem massiven Gebläse ertönt die virtuose Musik von Slavický, Bohuslav Martinů, Philippe Manoury, Ivan Fedele, Matyas Seiber und natürlich: Miroslav Srnka.

Srnka ist außer Frage Anführer dieser musikalischen Expedition, welche am 14. Januar im Max-Planck-Haus am Hofgarten startete. Die Stückauswahl beim 1. Themenkonzert – ein Heimspiel: Neben track 01 aus seiner Feder hörten die Gäste zum Auftakt eindrucksvolle Werke weiterer tschechischer Komponisten. Der erste Redner aus den Reihen der Max-Plank-Gesellschaft, selbst ein Arktisforscher, thematisierte die dort herrschenden Auswirkungen des Klimawandels.

Winterliche Temperaturen in München: Zum Thema Traumaforschung am Beispiel der Wettstreiter Scott und Amundsen wurde in der Dreifaltigkeitskirche beim 2. Themenkonzert referiert. In der Kirchenhalle erklang in somnambuler Atmosphäre ergreifende Musik von Srnka (ausschließlich bei Pultlicht der Musiker), Bach und Mendelssohn Bartholdy.

Die nächsten beiden Stationen der Themenkonzerte im Alpinen und im Deutschen Museum widmeten sich Kompositionen der Nationen der Expeditionsteams. Aufgeführt wurden Werke der englischen Komponisten Edward Elgar sowie Ralph Vaughan Williams und Edvard Grieg, stets kontextualisiert mit Stücken Srnkas.
Im intimen Rahmen des Alpinen Museums erfuhr das Publikum mehr über Treibhausgase in der Atmosphäre, und – passend zum Namen der Örtlichkeit, dem Ehrensaal des Deutschen Museums, ging es dort um Ehr' und Ehrgefühl. Unser Opernstudio interpretierte bei diesem Liederabend unter anderem auch Solveigs Lied aus Peer Gynt von Grieg: Lieblingslied der Norweger und von den Expeditionsteilnehmern auf dem Grammophon immer und immer wieder gehörtes in den Weiten der Antarktis.

Startpunkt: Von der Messhalle des Windkanals aus Richtung Musik!
Startpunkt: Von der Messhalle des Windkanals aus Richtung Musik!
Hinter den schleusengleichen Umlaufecken ...
Hinter den schleusengleichen Umlaufecken ...
... befindet sich das Gebläse, die zweite Hauptattraktion – neben unseren Musikern, versteht sich! (v. l. Claudio Estay González, Markus Schön, Martina Beck, Holger Schinköthe, Casey Rippon, Susanne von Hayn, Johannes Dengler, Emanuel Graf).
... befindet sich das Gebläse, die zweite Hauptattraktion – neben unseren Musikern, versteht sich! (v. l. Claudio Estay González, Markus Schön, Martina Beck, Holger Schinköthe, Casey Rippon, Susanne von Hayn, Johannes Dengler, Emanuel Graf).
Das Bläsersextett musiziert in arktischem Ambiente ( v. l. Holger Schinköthe, Susanne von Hayn, Casey Rippon, Johannes Dengler, Martina Beck, Markus Schön).
Das Bläsersextett musiziert in arktischem Ambiente ( v. l. Holger Schinköthe, Susanne von Hayn, Casey Rippon, Johannes Dengler, Martina Beck, Markus Schön).

Fotocredits: Foto 1-3 Gerhardt Kellermann, Foto 4 und 5 Wilfried Hösl

Dick, Christa

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